Kurz gesagt

Thomas ist 2014 nach Thailand gegangen und wohnt heute in einem eigenen Haus bei Pattaya. Seine Eltern, der Vater über 80, die Mutter fast 80, sind vor drei Jahren nachgezogen und wohnen im Haus nebenan, mit Pool. Seine Eltern haben mit über 75 noch eine Krankenversicherung für den stationären Bereich bekommen. Sein Budget als Paar mit Auto, Motorrädern und Essengehen: höchstens 1.500 Euro im Monat, sagt er. Miete zahlt er keine, das Haus gehört ihm.

Ich habe Thomas in Jomtien getroffen. Seit zwölf Jahren ist er in Thailand. Und seine Geschichte hat eine Wendung, die du selten hörst. Seine Eltern sind hinterhergekommen. Heute ist der Vater über 80, die Mutter fast 80.

Wie es anfing: ein Urlaub, dann los

2013 war Thomas einmal im Urlaub in Thailand und hat dort seine erste Frau kennengelernt. 2014 ist er angekommen. Keine jahrelange Probephase. Heute hat er ein Haus etwa neun Kilometer vom Drehort entfernt, rund drei Kilometer vom Strand. Die Ecke heißt Nong Prue, und dort leben laut Thomas sehr viele Expats.

Was ihn hält, beschreibt er ganz einfach. Man sitzt den ganzen Tag draußen. In Deutschland holst du abends um zehn, elf die Jacke oder die Wolldecke, wenn du noch draußen sitzen willst. In Thailand ist das normal. Das sei eigentlich der Punkt, warum er hier ist.

Die Eltern: mit über 80 noch einmal ausgewandert

Vor drei Jahren sind seine Eltern aus Deutschland nachgezogen. Ganz offiziell, wie Thomas sagt. Das Haus wurde verkauft, alles aufgelöst. Was ihnen wichtig war, kam in einen Container und wurde nach Thailand verschifft. Wenn er heute zu seinen Eltern ins Haus geht, ist das ein Stück weit wie früher zu Hause. Esszimmer und Wohnzimmer haben sie mitgenommen.

Sie wohnen im Nachbarhaus. Vor einem Jahr haben sie einen Pool gebaut, und die Eltern gehen jeden Tag schwimmen. Thomas nennt das einen permanenten Urlaub, der nicht aufhört.

„Wir sind nah, aber doch getrennt, und das ist einfach toll.“

Krankenversicherung mit über 75

Das ist die Frage, die bei so einer Geschichte sofort kommt. Thomas sagt: Seine Eltern haben mit über 75 noch eine Krankenversicherung für den stationären Aufenthalt bekommen. Abgeschlossen in Thailand, nicht in Deutschland. Nicht ganz billig, sagt er, aber machbar.

Wichtig: Das ist sein Fall. Welcher Versicherer, welcher Tarif und welche Bedingungen, das haben wir im Interview nicht besprochen. Wenn du selbst in dem Alter bist, klär die Versicherung, bevor du irgendetwas verkaufst.

Thomas hat für sich dieselbe Versicherung wie seine Eltern, auch nur für den Krankenhausbereich. Alles andere zahlt er selbst. Beim deutschen Zahnarzt vor Ort kostet ihn eine normale Vorsorge oder Nachsorge 1.000 bis 1.500 Baht, rund 26 bis 39 Euro. Bei Halsschmerzen oder Bauchweh geht er in die Apotheke, dort stehen ausgebildete Apotheker.

Vor kurzem war er beim Arzt, eine intensive Behandlung mit Infusion, rund zwei Stunden, danach noch die Krankenschwester. Bezahlt hat er 5.300 Baht, rund 138 Euro, im Bangkok Hospital Pattaya, für ihn das beste Krankenhaus vor Ort. Er war in Deutschland privat versichert und sagt: Das ist ein himmelgroßer Unterschied. Auf den Webseiten der großen Privatkliniken siehst du die Ärzte im Dienst mit Biografie und suchst dir selbst einen aus.

Was schiefging, und wie er heute vorsorgt

Thomas hatte einen Kaffee-Großhandel. Kaffee und Kaffeemaschinen mit Verträgen, überwiegend an Fünf-Sterne-Hotels und die Gastronomie. Dann kam Covid. Alles geriet ins Stocken, und kurz danach musste er die Firma schließen. Das haben hier viele erlebt, sagt er.

Heute kauft er Condos, renoviert sie von Grund auf, reißt die Bäder raus, macht Decke und Boden neu und vermietet sie langfristig. Zwei weitere Condos sind an Deutsche vermietet, die hier dauerhaft leben, mit Zwölf-Monats-Verträgen.

„Das ist meine Rentenabsicherung, die ich für später in Thailand habe.“

Eine Wohnung, die er im Interview nennt, hat rund 81 Quadratmeter und stand für etwa 85.000 Euro zum Verkauf. Für das Geld bekäme man in einer deutschen Küstenstadt seiner Schätzung nach gar nichts, dort müsse man eher 500.000 bis 600.000 Euro investieren. Handwerker und Material kosten hier nach seiner Erfahrung vielleicht ein Zehntel. Das sind seine Zahlen und seine Einschätzung, keine Marktdaten. Dieses Objekt ist nach meinem Stand inzwischen verkauft.

Ein eigenes Geschäft von Grund auf hält er für sehr schwierig, aber machbar. Wer als Ausländer nur eine kleine Suppenküche aufmachen will, dem rät er ab. Man müsse der Typ dafür sein, mit Durchhaltevermögen.

Warum die Sprache für ihn alles ändert

Ein, zwei Monate nach seiner Ankunft ist Thomas in eine Sprachschule gegangen. Thai sprechen, lesen und schreiben. Mit seiner Frau spricht er nur Thai. Sein Lehrer hatte ihm versprochen, nach drei Stunden könne er schreiben. Thomas hat ihn ausgelacht. Es hat funktioniert. Sein erster geschriebener Satz hieß: Ich bin betrunken.

Für ihn ist die Sprache ganz wichtig, gerade für alle, die hier ein Geschäft machen wollen. Sie hilft überall, ob du abends essen gehst oder irgendwo ein Bier trinkst, und das Feedback, wenn du ein paar Worte Thai sprichst, sei erstaunlich positiv. Dass die Sprache viele Türen öffnet, im Geschäft und bei Freundschaften, darin waren wir uns einig. Er geht mit seiner Frau auch in den Tempel. Und er sagt, man lerne hier schneller Leute kennen als in Deutschland, man spricht sich gleich mit dem Vornamen an.

Die Kosten: 1.500 Euro als Obergrenze

Thomas sagt, sie leben einen hohen Standard. Auto, Motorräder, Essengehen, auch gern deutsch und international, was in Thailand teurer ist als die Thai-Küche. Haus, Autos und Gesundheit sind versichert. Seine Frau zahlt privat in die deutsche Sozialversicherung ein. Und trotzdem:

„Dieses Budget von 1.500, das übersteigen wir nie.“

Als Paar oder kleine Familie reichen laut Thomas 1.500 Euro im Monat, rund 57.600 Baht, als absolutes Maximum. Eine Einschränkung gibt es: Miete zahlt er nicht, das Haus gehört ihm. Ein vergleichbares Haus würde laut Thomas etwa 15.000 Baht Miete kosten, rund 390 Euro. Auch das wäre nach seiner Aussage noch in den 1.500 Euro drin.

Ich kann das so unterschreiben, bei mir sieht es nicht anders aus. Ich habe auch mit einigen gesprochen, die es genauso bestätigt haben. Es gibt Westler, die mit knapp unter 1.000 Euro auskommen. Und nach oben ist es offen, wenn Bars und Lady Drinks dazukommen. Es hängt davon ab, wie du leben willst.

Visum und sein Rat

Thomas macht sein Visum seit Jahren selbst. Er hat das Rentnervisum, für ihn das einfachste. Es gibt auch Agenturen, die dabei helfen. Die wirtschaftliche Lage sieht er optimistisch. Das ist seine Einschätzung, ich habe sie nicht nachgeprüft.

Sein Rat für alle, die überlegen: Wer noch nie in Thailand war, soll erst Urlaub machen und es sich anschauen. Dann Erfahrungen sammeln, am besten mit Leuten sprechen, die hier leben. Und alles vernünftig planen. Ohne Englisch und ohne Geld losziehen, wie man es aus dem Fernsehen kennt, ist für ihn wahrscheinlich nicht der richtige Weg.

Meine Einschätzung

Die 1.500 Euro bleiben hängen, klar. Aber für mich ist die eigentliche Geschichte eine andere: Eine ganze Familie hat den Schritt gemacht, und keiner will zurück. Bei Thomas steckt dahinter viel Arbeit. Sprache gelernt, eine Firma schließen müssen, neu angefangen.

Wenn du selbst rechnest, nimm seine Zahl als Orientierung, nicht als Versprechen. Er hat Eigentum und zwölf Jahre Erfahrung vor Ort. Was bei dir dazukommt, Miete, Visum, Versicherung und Heimflüge, kannst du mit meiner Monatsrechnung durchgehen, kostenlos, mit Vorlage zum Selbstausfüllen.

Suchst du selbst eine Wohnung in Pattaya zum Mieten oder Kaufen? Schreib mir, ich stelle den Kontakt her. Alle Wege dazu stehen auf der Immobilien-Seite. Und wenn du eine Geschichte wie Thomas hast: Bewirb dich für ein Interview, auf Wunsch auch anonym.

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Zu den Zahlen (Stand 15.09.2026): Alle Angaben zu Thomas, seiner Familie, Budget, Arzt- und Zahnarztkosten, Versicherung, Visum, Immobilien und Vergleichsmiete stammen aus dem Interview und sind sein persönlicher Erfahrungsbericht, keine geprüften Marktzahlen und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung · Klinikname und Ortsteil Nong Prue sind im Transkript undeutlich und nach dem Kontext geschrieben · Der Hinweis, dass die genannte Wohnung verkauft ist, stammt aus meinen Produktionsunterlagen zum Video vom 16.08.2026 · Wechselkurs 1 € = 38,419 ฿ nach dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 15.09.2026 (ecb.europa.eu). Alle Angaben ohne Gewähr.

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Nihat Bucakli
Seit 2018 unterwegs, inzwischen acht Jahre und 70 Länder. Nach Thailand und Vietnam zieht es mich immer wieder zurück, dort war ich jeweils Monate am Stück. Ich zeige dir, wie Auswandern wirklich funktioniert, ohne Schönfärberei.