Nach dem vorläufigen Ergebnis ist die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 stärkste Kraft geworden. Seitdem lese ich öfter den Satz: Wenn das so weitergeht, bin ich weg. Meine Antwort: Thailand löst keine Probleme, die du aus Deutschland mitbringst. Die bessere Frage ist nicht, welches Land besser ist. Sondern ob du dir die finanzielle Freiheit geschaffen hast, überhaupt zu wählen.
Egal, wie du zur AfD stehst: Das Ergebnis in Sachsen-Anhalt zeigt, dass sich politisch gerade etwas verschiebt. Mich interessiert aber eine andere Frage. Denn wenn ich Kommentare lese und mit Leuten spreche, höre ich einen Satz immer häufiger. Wenn das so weitergeht, bin ich irgendwann weg. Thailand, Spanien, Ungarn, Dubai, Zypern. Irgendwohin, wo es günstiger, freier oder einfach besser sein soll.
Vorweg: Das hier ist weder ein Pro-AfD- noch ein Anti-AfD-Text. Mich interessiert eine andere Frage. Wie möchte ich eigentlich leben, und was brauche ich dafür?
Kurz zur Wahl in Sachsen-Anhalt
Am 6. September 2026 wurde in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Landeswahlleiterin kam die AfD auf 43,8 Prozent der Zweitstimmen, die CDU auf 17,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,8 Prozent.
Stärkste Kraft heißt aber nicht automatisch regieren. Eine Wahl gewinnen und eine Regierung bilden sind zwei verschiedene Dinge. Als ich das Video aufgenommen habe, war die Regierungsbildung offen. Deshalb spekuliere ich auch nicht, welche Gesetze irgendwann kommen könnten. Das wäre unseriös.
Warum Menschen ans Gehen denken
Unzufriedenheit hat viele Gründe. Migration, Wirtschaft, Steuern und Abgaben, Energiepreise, Bürokratie, Rente, Wohnkosten, Sicherheit. Manche wählen anders. Manche engagieren sich. Manche akzeptieren es. Und manche sagen: Dann gehe ich eben.
Ich kann den Gedanken nachvollziehen. Ich bin seit 2018 unterwegs und reise seit Jahren regelmäßig nach Thailand. Du gehst morgens raus, es ist warm, du holst dir einen Kaffee, die Menschen wirken oft entspannter. Je nach Ort hast du das Meer vor der Tür, und manches ist deutlich günstiger. Wer 60 oder 65 ist, fragt sich da schon: Warum verbringe ich meinen ganzen Ruhestand in Deutschland? Eine völlig legitime Frage.
Hingehen oder weglaufen
Aber ich unterscheide zwei Dinge. Wenn ich sage, ich liebe Thailand und will dort leben, gehe ich zu etwas hin. Wenn ich sage, ich halte Deutschland nicht mehr aus, laufe ich von etwas weg. Beides kann im selben Flug nach Bangkok enden. Die Motivation dahinter ist eine völlig andere.
Thailand ist kein Zauberland. Und das sage ich als jemand, der das Land wirklich mag.
- Finanzielle Probleme verschwinden nicht bei der Passkontrolle in Bangkok.
- Wer in Deutschland keine Rücklagen hat, hat in Thailand auch keine.
- Eine knappe Altersvorsorge wird nicht besser, nur weil die Wohnung günstiger ist.
- Um Gesundheit, Krankenversicherung und Medikamente musst du dich dort genauso kümmern. Vielleicht sogar intensiver.
- Wer einsam ist, bleibt einsam, auch mit Palme vor der Tür.
- Bürokratie gibt es in Thailand auch. Nur eben auf Thai.
Urlaub ist kein Alltag
Einer der größten Fehler beim Auswandern: Urlaub mit Alltag verwechseln. Drei Wochen Thailand sind Hotel, essen gehen, Ausflüge. Wenn du dort lebst, ist der Strand irgendwann kein Highlight mehr. Er ist einfach da. Du bezahlst Rechnungen, gehst einkaufen, hast vielleicht Ärger mit der Wohnung und musst dich um deinen Aufenthalt kümmern. Du wirst krank. Du vermisst jemanden in Deutschland. Dann ist Thailand dein Zuhause, mit allem, was dazugehört.
Deutschland geht nicht unter, Thailand ist kein Paradies
Andersherum tue ich nicht so, als wären die Sorgen in Deutschland eingebildet. Wer 40 Jahre arbeitet und sich fragt, wie hoch seine Rente wird, stellt eine reale Frage. Wer jeden Monat sieht, was vom Brutto netto übrig bleibt, den beschäftigt das. Und wenn ein Unternehmer sagt, die Bürokratie kostet ihn Zeit, Geld und Nerven, kann ich das nachvollziehen.
Was mich stört, ist das Schwarz-Weiß-Denken. Deutschland geht unter, Thailand ist das Paradies. Beides stimmt so nicht. Deutschland hat Rechtssicherheit, Infrastruktur, soziale Absicherung, Arbeitnehmerrechte und Verbraucherschutz. Und für viele das Wichtigste: Familie und Freunde. Thailand hat Klima, Lebensgefühl und teilweise niedrigere Lebenshaltungskosten. Und eben auch Nachteile. Die richtige Frage lautet deshalb: Welches Land passt besser zu meinem Leben?
Die unangenehme Frage: Kannst du das überhaupt?
Sagen wir, du willst gehen. Oder jedes Jahr vier, fünf, sechs Monate in Thailand verbringen. Dann kommt die Frage: Kannst du das? Nicht emotional. Finanziell. Kannst du deine Arbeitszeit reduzieren? Kannst du drei oder sechs Monate ohne dein normales Einkommen leben? Hast du Rücklagen, hast du Vermögen aufgebaut, wie sieht deine Altersvorsorge aus?
Genau hier finde ich die Auswanderdebatte oft unehrlich. Wir diskutieren stundenlang, welches Land besser ist. Und reden viel seltener darüber, wie wir uns die Möglichkeit schaffen, überhaupt wählen zu können. Was bleibt jeden Monat übrig? Nutzt du Gehaltsverhandlungen? Geht eine zweite Einkommensquelle? Verpufft jede Gehaltserhöhung sofort im Konsum? Wie ich das Schritt für Schritt angehe, steht in Finanzielle Freiheit: die 5 Stufen.
Fünf Kriterien, die für mich wirklich zählen
Mit Parteipolitik hat das nichts zu tun. Egal, ob jemand CDU, SPD, AfD, Grüne, Die Linke oder gar nichts wählt.
- Du kennst Thailand wirklich. Nicht aus zwei Wochen Pauschalurlaub, sondern aus längerer Zeit, gern auch außerhalb der perfekten Reisezeit.
- Du hast eine vernünftige finanzielle Basis. Keine Millionen. Aber du musst nicht jeden Monat hoffen, dass nichts Unvorhergesehenes passiert.
- Du hast dich mit Krankenversicherung und medizinischer Versorgung beschäftigt. Je älter du wirst, desto größer wird das Thema.
- Dein Aufenthaltsmodell ist geklärt. Welches Visum, wie lange, unter welchen Bedingungen. Was sich dabei gerade geändert hat, steht in Thailand ab 15. September: 30 Tage visumfrei.
- Du weißt, was du dort jeden Tag machen willst. Nicht drei Wochen. Jeden Tag. Wenn du morgens aufstehst und niemand erwartet dich.
Deutschland und Thailand, statt entweder oder
Warum eigentlich immer Deutschland oder Thailand? Vier Monate Thailand, acht Monate Deutschland. Sechs und sechs. Oder drei Monate im Winter. Du musst nicht sofort deine Wohnung verkaufen und nicht alle Brücken abbrechen.
Das würde ich vielen sogar empfehlen. Leb erst mal längere Zeit dort, möglichst normal. Miete eine Wohnung, geh einkaufen, koch selbst, mach deinen Papierkram. Und frag dich nach drei oder sechs Monaten: Will ich das wirklich dauerhaft? Das ist eine deutlich bessere Grundlage als „ich war zweimal in Pattaya und verkaufe jetzt mein Haus“. Auch dieses Modell braucht Freiheit. Zeitlich, beruflich. Und wieder: finanziell.
Das eigentliche Ziel
Ich muss Deutschland nicht schlechtreden, um Thailand gut zu finden. Und ich muss Thailand nicht zum Paradies erklären, um gern dort zu sein. Du entscheidest dich nicht für eine Ideologie. Du entscheidest dich für ein Leben. Dein Leben.
Vielleicht sollte das Ziel deshalb nicht heißen: Ich will raus aus Deutschland. Sondern: Ich will irgendwann selbst entscheiden können, wo und wie ich lebe. Stell dir vor, du bist 55 und brauchst jeden Monat dein komplettes Einkommen. Dann sind deine Möglichkeiten eng. Wer Rücklagen, Vermögen und mehrere Einkommensquellen hat, reagiert auf ein Wahlergebnis, einen nervigen Arbeitgeber oder neue Einreiseregeln viel ruhiger. Weil er Optionen hat.
Und Politik entkommst du nicht, wenn du gehst. Wenn Thailand seine Einreise- oder Visaregeln ändert, interessiert dich plötzlich thailändische Politik. Du tauschst nur, welche Entscheidungen deinen Alltag bestimmen.
Zwei Fragen an dich, schreib sie mir gern unter das Video: Hast du schon ernsthaft überlegt, Deutschland dauerhaft zu verlassen, und warum? Und wenn Geld keine Rolle spielen würde, würdest du weiter zwölf Monate im Jahr in Deutschland leben? Wenn du rechnen willst, was ein Leben in Thailand wirklich kostet, fang mit meiner Monatsrechnung an.
Du überlegst, Deutschland zu verlassen?
Ich schaue mit dir auf deine konkrete Situation: Kosten, Visum, Krankenversicherung und ob ein Modell mit ein paar Monaten im Jahr für dich passt. Direkt, ehrlich, ohne Schönfärberei.
Beratungsgespräch buchen →Das Video dazu
Zu den Zahlen (Stand 15.09.2026): Wahltag, Ergebnis und Wahlbeteiligung nach der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt, vorläufige Ergebnisse auf Landesebene: „AfD 576 037 · 43,8“, „CDU 226 622 · 17,2“, „Wahlbeteiligung 1 328 211 · 77,8“, Seite überschrieben mit „Vorläufige Ergebnisse“, wahlergebnisse.sachsen-anhalt.de, abgerufen 09.09.2026 · Alle übrigen Aussagen sind meine persönliche Einschätzung aus dem Video (12.09.2026), keine Rechts- oder Finanzberatung.